Donnerstag, 30. Oktober 2008

Wie blöd ist "ÖSTERREICH"?

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Mittwoch, 29. Oktober 2008

Expedition Institutslokalisierung - FTM, Universität Wien

Die Institutslokalisierung erweist sich als äußerst schwierig, wenn man nicht vorher die Pläne im Internet studiert. Blöderweise dachte ich, ich könnte am Heimweg mal schnell in die FTM-Bibliothek schauen um mich in der Referatsliste einzutragen. Blöd nur, dass es auf der (Haupt-)Uni kein FTM-Institut gibt. Also nachfragen: "In der Hofburg" - "Am Michaelerplatz" lautete die Antwort.

Also ging ich zum Michaelerplatz. Die einzige "Türe" die die Hofburg dort hat, ist dieses große Tor, wos links zur spanischen Hofreitschule (Touristenshop, Ticketschalter usw.) und rechts zum Sissi-Museum geht. Andere Türen? Naja, zuerst hab ich keine wahrgenommen. Auf den Plänen die überall auf Metallständern rumhängen sind nur Touristenattraktionen eingezeichnet, von "Uni" keine Spur. Ich begann das Hofburg-Areal zu durchkämmen - auf der sinnlosen Suche nach einem Hinweis auf das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften. Überall nur Reitschule, Sissi, Bundesdenkmalamt und Nationalbibliothek.

In der Nationalbibliothek - meiner Ansicht nach unter den eben erwähnten Einrichtungen am ehesten ein Ort um sich nach einer Bildungseinrichtung auf dem Areal zu erkundigen wurde mir nach längerem Überlegen beschieden ... "hmm..." , "ja ich glaub am Michaelerplatz is was" ... - wo?? - "da gibts irgenda stiege"... - aha...

Also zurück zum Michaelerplatz in die finsteren Durchgänge der Hofburg und jede Türe, sei sie noch so finster und verschlossen, daraufhin prüfen, ob man sie nicht öffnen kann oder ob nicht doch irgendwo ein versteckter Hinweis zu finden ist. Gesagt getan, und mit dem neuen Selbstbewusstsein, es gebe ganz sicher so ein Institut zwischen Sissi-Museum, Hofreitschulde und Denkmalamt, wurde ich dann tatsächlich fündig - nach etwa 30 Minuten Suche.

Auf einer Türe in einem der Durchgänge - ich weiß echt nicht mehr welcher - stand irgendwas von diversen Trakten der Hofburg, darunter Nummerncodes und Wörter, die auf die Nutzung der Büros hinter den Klingelnummern verweisen. Auf einer dieser Klingeltasten steht es nun also "100# Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften" (wahrscheinlich irgendwie abgekürzt, weiß aber nicht mehr wie). Ich klingle also - keine Reaktion. Ich klingle nochmals - wieder kein Erfolg. Ich sehe auf die Uhr - tja, es ist ja schon 16.30! Kein normaler Mensch kann erwarten, dass in Wien um diese Zeit noch jemand arbeitet! Nicht in der Hofburg! (Schließlich kam ich um 15.30 Uhr auch schon zu spät, um mich am Meldeamt als neuer Einwohner Wiens registrieren zu lassen)

Aber siehe da - die Türe geht auch so auf. Drinnen: Stockfinster. Auf den Schildern wird einem der Weg zum Bundesdenkmalamt und irgendwelchen Firmen gewiesen. Immer wieder groß auf einer eigenen Tafel "Dr. Lopatka - Staatssekretär für Sport". Dessen Büro hab ich dann zwar gefunden, und auch das Bundesdenkmalamt (alles stockfinster, keine Menschenseele weit und breit) - aber wo ist dieses verfluchte Institut? Auf der Eingangstafel stand zwar was von bestimmten Trakten, wo alles mögliche untergebracht ist - das Institut befand sich jedoch außerhalb dieser Kategorisierung - eine nähere Lokalisierung war daher nach betreten des Gebäudes nicht möglich.

Nachdem ich also weitere 15 Minuten durch die verschiedenen, stockfinsteren, menschenverlassenen Stockwerke, Trakte und Gänge gewandelt bin und nirgends fündig wurde, gab ich das Unternehmen "Trag dich mal schnell in die Referatsliste der Institutsbibliothek ein" auf.

Nun zu Hause, vor dem PC, sehe ich erneut, wie Gerüchte über eine angebliche Existenz eines Instituts für Theater- und Filmwissenschaft gestreut werden - und das ausgerechnet auf der Webseite des Instituts! Dort wird behauptet, im 1. Stock der Batthyanyanyany-Stiege sei nicht nur die Bibliothek und diverse Büros, nein - sogar der Schreyvogelsaal soll sich hinter einer der dunklen, als "Bundesdenkmalamt" getarnten Türen, verborgen haben.

Ich packe nun meinen Rucksack und morgen werde ich mich erneut in die Hofburg wagen: Expedition Referatsliste wird fortgesetzt.

PS: Wehe es sagt mir jetzt jemand, dass es "ur-einfach" ist das Institut zu finden, oder das die Bibliothek eigentlich eh auf der Haupt-Uni ist (wie ich zuerst dachte, aber von freundlichen Informationsmitarbeitern am Eingang der Uni berichtigt wurde, dass dies ein Irrtum sei, da das Institut sich in Wahrheit "in der Hofburg" befinde)

Montag, 20. Oktober 2008

Die Stadt ohne Juden (verschoben)

verschoben auf: filmgesoes.blogspot.com

Donnerstag, 29. Mai 2008

,Der oide Krocha'

Woran erinnert uns folgender Satz: „Ein Drahrer geht abends aus und draht, das heißt zecht und singt und unterhält sich bis zum Morgengrauen.“ (Georg Wacks: ''Die Budapester Orpheumgesellschaft - Ein Varieté in Wien 1889–1919'', S. 8). Ist das nicht der Vorgänger des Krochas? So gesehen war der berühmteste, "oide Krocha" Edmund Guschelbauer, bekannt als "der oide Drahrer", der ab den wilden 1860ern die Singspielhallen der Wiener Vorstädte rockte.

Karikatur: Andrea Maria Dusl
(lizenziert unter CC-by-nc-nd 2.0)

Der Krocha geht ebenfalls abends aus und krocht, das heißt sauft und grölt bis zum Morgengrauen... Wird irgendwann ein Vertreter dieser vermutlich eher kurzlebigen Szene als "der oide Krocha" in die Bücher der Musikgeschichte eingehen? Wir sind gespannt...

Mittwoch, 26. März 2008

The JO must go on

Ein denk-, nein, ein regelrecht tenkwürdiges konzert fand diese nacht im JO Ottensheim statt.... der Jugendkulturverein, der seit Anfang der 90er-Jahre Ottensheim mit hochqualitativen Rock- und anderen Konzerten bereichert und am 30. dieses Monats sein Begräbnis begehen wird. Bis dahin, von 23. bis 30. märz, findet im JO jeden tag ein konzert statt.

Das "letzte Abendmahl" wird von der lokal-regionalen Jugend begeistert aufgenommen. Am Ostersonntag haben rund 200 personen die bescheidenen räumlichkeiten und den hof des JO bevölkert. Die Bands Sutinit und Heiligenblut waren Anlass dafür. Am nächsten Tag folgte eine geballte Ladung elektronischer Experimentalmusik. Mit IBM und Breakcore wurde das Publikum vollgedröhnt.

Osterdienstags folgte schließlich die nächste Eskalationsstufe. Die 5 Reiter derRock-Apokalypse - PORN TO HULA - brachten das JO zur Explosion. Während ihrem 1,5-stündigen Konzert blieb niemand trocken, der nicht rechtzeitig den Konzertraum verlassen hat. Kaum einer der rund 100 Besucher blieb von den pausenlosen Bierduschen, die vor der Bühne im JO-Konzertraum über das Publikum einhergingen, verschont. Immerhin haben sie etwas Luft auf der "Tanzfläche" verschafft, wo sich bald viele nur noch mit nackten Oberkörpern zu bewegen wagten. Die andere Hälfte des Publikums lauschte aus dem trockeneren Barraum oder von der wärmenden Feuertonne im Hof.

Dokumentiert wurde das in die Ortschronik eingehende Konzert von einem der tapferen Fotoclub-Fotografen, die bereits am letzten Open Air in Ottensheim mit Porn to Hula und den von ihnen entfachten Begeisterungsstürmen in Kontakt kamen. In der Ecke verschanzt, konnte er den nackten, bierverschmierten Wahnsinn für die Ewigkeit fest halten.

Was von dem für eine 4.500-Einwohner zählenden Gemeinde vor den Toren Linz' überwältigend gefüllten Konzert im JO bleibt: Ein Scherbenmeer aus Bier und Erinnerungen für die Ewigkeit an die einzigartige Jugendinitiative die in der Umgebung von Linz seinesgleichen sucht. Der Jugendkulturverein, aus dem 2004 auch die Veranstalter des legendären Openair als eigener Verein hervorgingen, schließt nach der letzten Märzwoche für immer seine Pforten am Ottensheimer Marktplatz - aber nicht ohne nochmals lautstark auf sich und die Notwendigkeit eines unkommerziellen Veranstaltungsortes für Jugend und junggebliebene in Ottensheim aufmerksam zu machen.

Discos und Bars mit Mainstream-Ausrichtung samt Koma- und Bingedrinking-Aktionen dürfen nicht die einzigen Ausgehoptionen für Jugendliche der Vorstädte und -orte nördlich von Linz sein. Die Gemeindepolitik muss Jugendkulturinitiativen aktiv unterstützen um einerseits die Jugend in der Gemeinde zu halten und andererseits gegen die Massenverblödung durch gewinnorientierte Discos und Bars mit Trash-Musik und Komasaufaktionen aktiv zu werden. Gerade in Ottensheim, wo man mit dem JO vielfach positive Erfahrungen gemacht hat, sollte dies besonders geschätzt und unterstützt werden. Schließlich haben andere Gemeinden der Region nicht zu unrecht stets auf die jugendkulturellen Aktivitäten in Ottensheim geschielt - kam doch ein Gutteil der Besucher und Aktivisten des JOs auch aus teils viele Kilometer entfernten Gemeinden des westlichen Mühlviertels.

3 Konzerte, einen normalen Barbetriebsabend und zuletzt ein Bestattungsumzug am Sonntag wird das JO noch veranstalten, bevor die Gemeinde Ottensheim mit den Umbauarbeiten für das neue Gemeindeamt beginnen wird. Eine zentral gelegene Veranstaltungslokalität konnte bisher weder für den Jugendkulturverein Ottensheim (JO) noch für den quasi-Nachfolgeverein KOMA (Kultur Ohne Momentane Ansiedlung) gefunden werden.
 
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