Freitag, 9. April 2010

Flugzeugfutter im Vergleich

Möchte mal hier zum Wohle der Menschheit ein paar Fluglinien-Bewertungen abgeben, in denen nur das wesentliche berücksichtigt werden soll: Das Essen (bewertet mit maximal 10 Punkten). Diesen kleinen Vergleich werde ich als Rangliste anführen. Berücksichtigt werden natürlich nur Fluglinien, mit denen ich in letzter Zeit persönlich geflogen bin. Dies sind: Ryanair, flyniki, AUA, swiss und KLM:

1.) 9 von 10 Punkten: AUA - hat zweifellos die hochrangigste Verpflegung, nämlich von Do & Co. Auf den Flügen zwischen Wien und Zürich gabs letztes Jahr ein feines (Toast-Weißbrot)-Sandwich, dieses Jahr zwei Stück Kuchen (eins mit Fruchtcreme-Füllung, eins mit Apfelstückchen) und einmal ein Schwarzbrot-Sandwich mit Schinken und Käse. Allesamt: erste Klasse, geschmacklich und qualitativ.

2.) 8,5 von 10 Punkten: flyiniki - die besten Sandwiches aller Airlines. Vom Äußeren her ein klassisches Weißbrot-Toast-Dreiecksandwich, und zwar zwei Stück (wie in den Supermärkten - aber anderer Hersteller, frischer und besser). Das flyiniki-Sandwich ist barock gefüllt, frisch, saftig, knackig, geschmackvoll. Auf Rang 2 ist flyniki nur deshalb, da die AUA-Catering-Küche qualitativ und von der Vielfalt her doch noch ein Stück höher eingeschätzt werden muss.

das wars im Grunde schon mit den positiven Bewertungen. Die weiteren Ränge sind eher ein Ranking des Abschaums:

3.) 4 von 10 Punkten: Swiss - Immerhin: Es gibt ein Sandwich. Allerdings: An Qualität kaum zu unterbieten. Es ist ein (natürlich kleines) dunkles Weckerl, feucht und ohne jeden Geschmack, von Außen ist kein Inhalt zu erkennen. Öffnet man es, erblickt man einen hauchdünnen Streifen (offenbar maschinengefüllt) Thunfisch-Paste. Das wars. Man fühlt sich richtig verarscht und kulinarisch vergewaltigt. Übrigens: Im Grunde ist das alles kein Wunder: Wer schon mal in Zürich bzw. der Schweiz war, weiß: Essen im Straßenverkauf, aber auch in den Supermärkten und Restaurants, ist unglaublich teurer, während gleichzeitig die Belegung bzw. Füllung der Snack unglaublich geizig ausfällt und auch die Qualität tendenziell unter der aus Österreich gewohnten liegt. Ein spärlich mit einer Scheibe Schinken und Käse "gefülltes" Sandwich kriegt man in Zürich nirgendwo unter 7 bis 9 Franken, also 5 bis 6 Euro - und was besseres als Toastschinken kriegt man in Zürich nicht mal in Pizzerien, die als beste der Stadt gelten - das will was heißen! Geizig und gierig, ohne jedes Schamgefühl, die Schweizer!

4.) 1 von 10 Punkten: KLM - Swiss klingt schlimm? Nun ja, bei KLM gibts jedes Mal eine Packung TUC-Cracker (klassisch). Sonst nix.

5.) 0 von 10 Punkten: Ryanair - Bei Ryanair gibts gar nix - außer, man hat ein paar Zehner locker in der Tasche. Noch Fragen? Nein, lassen Sies lieber, ich versteh sie sowieso nicht, weil die Werbung so laut ist...

Noch kurz zu den Getränken: Im Grunde gibt es auf den von mir benützten Linien, die je ca. 1 bis 1,5 Stunden Flugzeit haben (also Kurzstrecke) ein Mal pro Flug ein Getränk aus dem üblichen Sortiment: Soft-Drinks, Mineral, Café und Tee, diverse Fruchtsäfte, manchmal auch Tomatensaft oder ähnliches. Einzige Unterschiede: KLM serviert die Getränke in kleineren Portionen als bei den anderen Fluglinien (0,15 l-Dosen und Fläschschen statt 0,33 l) - aber auf Nachfrage kriegt man überall nochmals Nachschub. Und: Ryanair kostet natürlich. Da gibts nix gratis, die Preise sind horrend.

Sonstiges:
- AUA: Die Musik im Flugzeug vor dem Start ist Wiener Klassik, also ganz staatstragend. Service und Freundlichkeit ist vorbildlich. Bei aller wirtschaftlichen Tragik um die Fluglinie: Qualitativ dürfte sie immer noch zu den besten Linien Europas, wenn nicht der Welt zählen (wie internationale Rankings auch immer wieder nahelegen).

- flyniki: Gibt sich etwas moderner, auch sehr sympathisch. Niki Lauda spricht als animierte Fliege vom Bildschirm, um die Sicherheitsbestimmungen zu erklären. Die Hintergrund-Musik vor dem Start war zumindest letztes Mal sehr chillige Lounge- und "Soulful Drum & Base"-Musik.

- swiss: Typisch Schweiz: geizig, genau dort, wos am einfachsten wäre, Sympathien zu sammeln: Beim Essen.

- KLM: wie gesagt: unverschämt. Cracker und Extra-kleine Getränke (0,15 l-Miniaturdosen)

- Ryanair: unter aller Sau. Alles kostet extra, und zwar nicht wenig. Vor dem Start wird man mit Werbung zugedröhnt, während dem Flug drehen dir die Stewards/Stewardessen unverschämt allerlei Klumpat an (und drücken dir Kataloge in die Hand), Sitzplatzreihen dicht wie in einem indischen Zug - nicht zu empfehlen für Leute mit Platzangst. Fazit: Lieber mal 20 Euro mehr zahlen und mit einer richtigen Fluglinie fliegen!

Mittwoch, 24. März 2010

Neues von den Okupas in Barcelona

Großartiger Artikel auf drei (!) Hochglanz-Seiten über die Hausbesetzerszene im Wiener "City"-Magazin (März 2010, by Doris Lippitsch) - 90 % der spanischen Haushalte sind heute verschuldet (doppelt so viele wie 1999), in Barcelona stehen tausende Wohnungen leer, werden aber nicht vermietet oder verkauft (Spekulationsobjekte), die Wohnpreise stiegen in 10 Jahren um 80 %, gleichzeitig sank die Gesamt-Wohnfläche in Barcelona um 12 %. Im Schnitt zahlt man in Barcelona 50 bis 57 % seines Einkommens für Miete oder eine Hypothekt (auf gekaufte Objekte). Noch Fragen, warum Barcelona zweifellos DIE Hausbesetzer-Stadt Europas ist? Das hat weniger mit Anarchie oder jugendlicher Rebellion zu tun, als mit bitterer Lebensrealität und Notwendigkeit - dass dadurch natürlich eine ganz andere Lebensrealität und eine soziale "Bewegung" bzw. eine sozialere, antikapitalistische (Parallel-)Gesellschaft steht, ist lediglich die Folge des unbeschränkten Turbo-Kapitalismus, der in Barcelona und Umgebung die Leute in den Ruin - oder in alternative Lebensweisen - treibt.

Lesetipp: Bereits am 1. August 2006 habe ich auf Indymedia eine kleine Reportage über die Hausbesetzerszene in Barcelona veröffentlicht.

PS [Update Jänner 2011]: Immer noch wöchentlich aktualisiertes Programm der (mittlerweile [Jan 2011] schon über 60) centres socials, seit 1996: http://usurpa.squat.net - der Link zum aktuellen Programm befindet sich am unteren Seitenrand (Direktlink (PDF)), weitere empfehlenswerte Links am rechten Seitenrand (etwa zu den ebenfalls wöchentlich aktualisierten und in vielen okupas ausgehängten Contra-Infos (http://sindominio.net/zitzania)).

Mittwoch, 20. Januar 2010

Volksverklärung und Kulturverständnis

Mit ihrem Kunst- und Kulturverständnis noch nicht ganz in der Gegenwart angekommen zu sein scheint die FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner. Sie gratuliert in einer Presseaussendung vom 19. Jänner 2010 Michael Haneke und Christoph Waltz "zur Verleihung der Golden Globes" - es sei "erfreulich, wenn Österreicher im internationalen Filmgeschäft Erfolge feiern können." Allerdings - fügt Unterreiner umgehend an - wäre es "erfreulicher, wenn Österreicher auch einmal mit anderen Themen als den einschlägigen - der Darstellung von Extremismus, Gewalt oder Nazischergen - Preise gewinnen könnten."

Ja, genau! Wie wärs denn zur Abwechslung mal mit Filmen über Vaterlandstreue, Heimatverbundenheit und Volksvertreter? Oder über die rührselige Aufopferungsbereitschaft treusorgender Mütter zehnköpfiger Familien, deren Männer heldenhaft für die Ehre des Vaterlandes in den Krieg ziehen? Oder - es müssen ja nicht nur positive Filme sein - ein Sittendrama über Gutmenschen, Hetzkampagnen und Linksextremismus?

Ein kleiner Tipp für die Rollenbesetzung: "Christoph Waltz ist mit seiner Schauspielkunst prädestiniert für große Rollen und großes Kino." Seine Darstellung eines SS-Offiziers dürfte nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben!

Noch kann die FPÖ leider weder auf die Gestaltung österreichischer Filme noch auf die Auswahlkriterien internationaler Filmfestivals direkt Einfluss nehmen. "Noch leben wir in einer Demokratie", musste der Kärntner Landesrat Christian Ragger folgerichtig auch offen eingestehen. Doch die Kräfte, die dieses Manko alsbald beseitigen werden, organisieren sich bereits. Mit dem Anschluss der Kärntner Ex-Abtrünnigen und mit ein paar russischen Millionären nimmt die Partei neuen Anlauf auf die höchsten Ämter der Republik.

Für Vorschläge zu neuen Filmen steht die Partei übrigens jederzeit offen. Zu erreichen am besten im provisorischen Scheuchsministerium für Volksverklärung und Propaganda, Lichtbildstelle.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Aus dem "leider nein"-Stapel von Straches Wahl-Werbespruch-Abteilung

- Ois wie fri'a statt Scharia
- Rural mit Choral, statt urban mit Turban
- Schruns-Tschagguns für uns, statt Wien für ihn [Häupl, Anmk. d. Red.]
- Mit mir auf a Bier
- Kein Verstand in Christenhand
- Geisteskrank im Christenland
- Xenophob statt Philantroph [eindeutig zu sperrig, Anmk. d. Red.]
- Ignoranz statt Toleranz

Freitag, 23. Oktober 2009

Bestzung des Audimax (ein paar Links...)

Am Donnerstag, 22. Oktober 2009, um 12 Uhr, war eine Demonstration im Votivpark vor der Universität Wien angekündigt. In Flyern, die am Vortag u.a. in Hörsälen verteilt wurden, hieß es, dass es Solidarität mit den Studierenden und Lehrenden der Universität für angewandte Kunst geben muss, weiters wurden deren Forderungen unterstrichen und um Teilnahme an der Demo gebeten.

Chronologie:
DO, 22.10.09:
- 12 Uhr: Demonstration im Votiv-Park vor der Hauptuni, mehrere hundert Personen
- 13 Uhr: Besetzung des Audimax
- 16 Uhr: Polizei versperrt Zugänge
- 17 Uhr: Polizei zieht ab
- in der Folge richten sich die bis zu 2000 Besetzer nach und nach ein. Es werden Arbeitsgruppen eingerichtet, um weitere Aktionen zu planen und konkretere Forderungen auszuarbeiten, eine Pressestelle wird eingerichtet, über facebook, studivz und twitter wird kommuniziert und Aussendungen werden gemacht.

Etwas später wird auch eine Volksküche in Angriff genommen, mit Sach- und Geldspenden wird Einrichtung und Lebensmittel herangeschafft, freiwillige kochen in einem Großkochtopf Linsencurry, außerdem gibts später noch Salat und kiloweise Brot samt Margarine, Marmelade und diversen, offenbar als Einzelspenden eingegangenen Aufstrichen.

Mittlerweile ist auch die Aula besetzt - die Besetzung dort versandet aber aufgrund der Versperrung sämtlicher Eingänge, bis auf den "Haupteingang" am Schottentor, durch Securities. Diese Securities tummeln sich dann hauptsächlich in der Aula herum, etwa 10 bis 15 an der Zahl. An jedem Ein-/Ausgang sind jedoch ebenfalls mindestens 2 postiert. Mehrere Hörsäle werden als Schlafstätten auserkoren und ebenfalls besetzt.

Die ÖH unterstützt die Bewegung, die von keiner politischen Fraktion ausging, mittlerweile. Unter den ÖH-Fraktionen bilden sich mittlerweile Fronten: Die konservative "Service-Fraktion" AG meint, die Proteste eskalierten in Zerstörung und Gewalt und seien daher der falsche Weg, denn man könne ja auch so dem Minister seine Wünsche vortragen (!). Man solle besser Ministerium oder Bundeskanzleramt besetzen (als ob das funktionieren würde), denn so erreiche man nichts und behindere nur lernwillige Studenten. Die übrigen Fraktionen dürften meines Wissens nach (fast?) alle auf der Seite der Besetzer sein.

Plattformen der Bewegung:
- freiebildung.at
- Facebook
- Twitter/unibrennt

ausführlicher Pressespiegel, national und international:
- auf unet.at

Berichtübersicht:
(der Einfachheit halber verlinke ich hier von den Print/Online-Medien nur den Standard, da dieser eine sehr ausführliche, laufend aktuell gehaltene Berichterstattung bietet)

- derstandard.at, Tag 1 - eingebettete Standard-Journalisten, Sebastian Pumberger und Teresa Eder, halten die Außenwelt ständig am laufenden, updates im 10- bis 30-Minuten-Takt.
- derstandard.at, Tag 2

Fotostrecken:
- derstandard.at, Tag 1

Umfragen:
- derstandard.at - Ist die Besetzung gerechtfertigt?

Fernsehen:
Tag 1, DO 22.10.2009:
- Wien Heute, ORF 2, 19 Uhr (siehe YouTube)

Radio (vermutlich schwer unvollständig)
- FM4, 22.10., abends: Bericht und Interviewaufnahmen
- FM4, 23.10., 15 Uhr: Connected, 19 Uhr: Jugendzimmer
- Radio Energy hatte schon Donnerstag-Abend einen Reporter (mit Converse-Schuhen ^^) vor Ort, für eine Sendung Freitagfrüh vermutlich.
 
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